Details richtig setzen

 

 

Produkte lassen sich viel besser anpreisen und bewerben, wenn die Beschreibung des Artikels den Leser fesselt. Mit Details kann sich der potentielle Käufer das Produkt genauer vorstellen.

Auch in einer Geschichte sind Details wichtig, um eine Szene anschaulich zu beschreiben.

Die Kunst besteht darin, die Details so einzusetzen, dass der Text zum Weiterlesen anregt. Du darfst allerdings nicht zu viele Einzelheiten verwenden, dadurch wird der Inhalt unübersichtlich und der Leser verliert den Überblick. Beschreibst du zu wenige Details, kann es sein, dass die wesentliche Handlung nicht klar genug heraus kommt und nicht verstanden wird.

Was bewirken Details? Wie können sie die Atmosphäre verändern?

Der Unterschied, ob ein Text oder eine Geschichte zu Ende gelesen wird oder nicht, besteht oftmals in der Wahl und dem Einsatz der Details. Sie bringen die gewünschte Stimmung in die Geschichte oder du kannst den Rhythmus verändern.

Werden viele Beschreibungen verwendet, verlangsamt sich die Handlung und man bringt Ruhe in das Geschehen. Soll eine energiegeladene Actionszene oder eine Verfolgungsjagd erzählt werden, ist keine Zeit für lange Erklärungen. Hier solltest du auf umfangreiche Einzelheiten verzichten, um die Handlung nicht unnötig zu verlangsamen oder gar langweilig werden zu lassen.

Es ist also wichtig, dass du dir überlegst, welche Atmosphäre du in einer Szene vermitteln möchtest. Schreibst du einen längeren Text, so kannst du auch gut variieren. Baue Szenen mit ruhiger Stimmung und vielen Details ein oder, für einen raschen Ablauf, welche ohne oder mit nur wenigen Beschreibungen. Auf diese Weise kannst du den Spannungsbogen aufbauen und wieder etwas abflachen lassen. Es kommt immer darauf an, was atmosphärisch am besten in deinen Text passt.

Sparsame Beschreibungen erzeugen Bilder im Kopf der Leser

Eine Reduktion auf das Wesentliche kann man ganz bewusst als Stilmittel einsetzten. Spielt eine Handlung, in einer Umgebung, welche die Leser üblicherweise kennen könnten, kannst du auf die Beschreibung verzichten. Jeder wird, aufgrund der Geschehnisse, seine eigenen Bilder im Kopf entwickeln. Verwendet man diese Variante, kann man sich mit den Details darauf beschränken, nur eher unbekannte Schauplätze zu beschreiben.

Erläutern wir die Theorie anhand eines Beispiels

"Ein Junge läuft über den Platz."

Unter dieser Aussage kann man sich nicht viel vorstellen. Er wirft eher Fragen auf.

  • Warum läuft der Knabe über den Platz?

  • Welchen Eindruck macht der Junge? Ist er ruhig oder aufgeregt?

  • Was passiert in der Umgebung, wie sieht es auf dem Platz aus?

Wird der Satz ein wenig näher beleuchtet und einige Details hinzugefügt, entsteht sofort eine kleine Geschichte. In diese kann sich ein Leser gut hineinversetzen.

Ein ungefähr zehnjähriger Junge läuft fröhlich lachend, über den großen Platz am Rathaus, in Richtung Park. Er ruft laut einer kleinen Gruppe von Kindern zu. Diese winken aufgeregt zurück. Bei ihnen angekommen, begrüßen sie sich überschwänglich.“

Erfahrungen einer Jungautorin

Folgende Erfahrungen im Bezug auf Details setzen, machte Tina. Sie ist eine Jungautorin, die voraussichtlich Ende des Jahres ihren ersten eigenen Roman veröffentlichen wird. Mehr über sie erfahrt ihr auf https://www.familie-reinhardt.de/tinas-autorenwelt/

In meinem ersten Roman habe ich zu Beginn einfach drauf los geschrieben. Doch von verschiedenen Testlesern habe ich gehört, dass meine Szenen eher wie Berichte klangen. Es fehlten Gefühle und Details. Oft habe ich manche Szenen immer und immer wieder überarbeitet und aus einem Absatz wurden schnell zwei Seiten. Andererseits habe ich es manchmal mit den Details übertrieben und Szenen wirkten langweilig. Mit der Zeit habe ich Übung darin bekommen. Meine Geschichte(n) wurden besser und ich finde immer mehr die goldene Mitte. Natürlich wird keine Story auf Anhieb perfekt. Man muss immer überarbeiten."

 

 

Übung

Entwickle aus den zwei einfachen Sätzen, jeweils eine kleine Szene, ähnlich wie im Beispiel. Ergänze diese mit einigen Details und weiteren Sätzen, damit sich eine passende Atmosphäre entwickelt. Verwende pro Beispielsatz 3 bis 6 Zeilen. Stelle den Satz einmal in die frühen Morgenstunden und einmal am Abend dar. Die Sätze dürfen sich vermehren. Veranschauliche den Schauplatz.

  1. "Er betrachtete den kleinen Teich im Garten."

  2. "Die große Linde wuchs mitten auf der großen Wiese."

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