Wie man einen guten Dialog schreibt

 

Gute Dialoge zu schreiben ist teilweise etwas knifflig. Es erfordert Übung und Erfahrung. Achte bei Gesprächen, ob sie real wirken. Beobachte, wie Menschen miteinander reden, verzichte aber auf unnötige Wiederholungen und Füllwörter.

 

Entwickle deine Protagonisten sorgfältig, bevor du sie sprechen lässt

 

Mit Dialogen beschreiben wir den Charakter und das Wesen der Figuren in einer Geschichte. Ist deine Person schüchtern und zurückhaltend oder eher aggressiv? Ist sie intelligent, gebildet, humorvoll oder sehr emotional? Wie verhält sie sich in der Situation, während sie spricht? Ist sie ruhig und souverän oder eher nervös, steigt sie von einem Fuß auf den anderen? Durch das Einbeziehen der Körpersprache und der Art wie die Person sich ausdrückt, entsteht ein komplexes Bild im Kopf des Lesers.

 

Jeder Mensch verfügt über ein eigenes Vokabular oder auch einen besonderen Dialekt. Umso detailreicher die Person ausgestaltet ist, desto glaubwürdiger wirkt sie im Dialog mit anderen Charakteren. Berücksichtigt man beim Schreiben auch die Gestik, das Sprechtempo und das Umfeld, wirken die Dialoge lebendiger. Gleichzeitig können in dem Fall Personenbeschreibungen, elegant in die Geschichte mit eingebracht werden.

 

Beispiel:

 

A: "Hallo!"

 

B: "Hallo, schon lange nicht mehr gesehen."

 

A: "Wie geht es dir?"

 

B: "Danke gut, selber?"

 

A: "Auch gut, und die Kinder?"

 

B: "Gehen jetzt in die Realschule."

 

A: "So alt sind sie schon."

 

Mit so einem Dialog wirst du deine Leser nicht fesseln können. Es sollte natürlich klingen, aber kein so banales Alltagsgespräch wiedergeben.

 

Beispiel:

 

A: "Hallo David, schön dich endlich mal wieder zu treffen!"

 

B: "Grüße dich.“

 

A: "Deiner Familie geht es gut?"

 

B: "Naja die Kinder machen mir etwas Sorgen. Hast du Zeit für einen Kaffee?"

 

A: "Gerne ja, gehen wir gleich in das Café?"

 

 

 

Verwendung von Dialekten

 

Jede Person sollte eine eigene Stimme bekommen. Bei besonders ausgeprägter Mundart besteht allerdings die Gefahr, dass die Leser sie nicht verstehen.

 

Beispiel: " Wat muss ick blech’n?"

 

Etwas abgeschwächt, ist der Satz eher zu verstehen: "Was muss ick zahln?"

 

Wenn ihr das Lallen von Betrunkenen verwenden möchtet, beschränkt euch auf einzelne Begriffe, welche jedoch noch allgemein verständlich bleiben sollten.

 

 

 

Unterschiedliche Dialogarten

 

Dialoge bedienen sich am häufigsten der "direkten Rede". Aber auch der "innere Monolog" oder die "indirekte Rede" haben in kleineren Dosen, ihre Berechtigung.

 

Direkte Rede: "Vorsicht! Ich habe dir doch gesagt, an der Stelle ist es eisig."

 

Indirekte Rede: 'Vorsicht! Sie hat dir doch gesagt, dass es an der Stelle eisig sein würde'.

 

Innerer Monolog (Gedanken): "Vorsicht! ich habe ihr doch gesagt, dass die Stelle eisig sein wird."

 

 

 

Regeln zur Zeichensetzung bei der direkten Rede

 

Diese wird immer unter Anführungszeichen gesetzt. Bei einem Sprecherwechsel sollte immer eine neue Zeile angefangen, bzw. eine Absatzmarke gesetzt werden.

 

Beispiel:

 

"Ich gehe jetzt schwimmen. Das Wetter ist einfach traumhaft heute."

 

Slivia fragte: "David, darf ich mitkommen?"

 

"Klar kannst du mit. Vergiss aber deine Handtücher nicht!"

 

"Nur weil ich einmal darauf vergessen habe, höre ich das jetzt jedes Mal", entrüstet sich Silvia.

 

"Ja", lacht David, "damit kann ich dich so wunderbar ärgern."

 

 

 

a) + c) Ohne einen Begleitsatz wird alles wörtlich gesprochene, unter Anführungszeichen gesetzt. Hier können auch mehrere Sätze in der direkten Rede vorkommen.

 

b) Nach dem vorangestelltem Begleitsatz, steht direkt danach, ein Doppelpunkt. Darauf folgen ein Leerzeichen und das eröffnende Anführungszeichen. Die wörtliche Rede beginnt immer mit einem großen Anfangsbuchstaben, am Ende folgen das entsprechende Satzzeichen und ein Ausführungszeichen.

 

d) Ist der Begleitsatz nachgestellt, entfällt beim Aussagesatz der Punkt. Alle anderen Satzzeichen bleiben erhalten. Auf jeden Fall folgt nach dem Ausführungszeichen ein Beistrich. Der Begleitsatz beginnt mit Kleinbuchstaben.

 

e) Beim eingeschobenen Begleitsatz, bleiben die Satzzeichen der direkten Rede erhalten. Beachte, die wörtliche Rede, darf nur aus einem Satz bestehen. Der Begleitsatz wird durch Kommas abgetrennt und steht außerhalb der Anführungszeichen.

 

 

 

Emotionen und Kommunikationen im Dialog

 

Beachte, dass deine Figuren nur untereinander kommunizieren. Idealerweise kann über die Dialoge auch der emotionale Zustand der einzelnen Charaktere vermittelt werden. Lass die Menschen auch einmal streiten, widersprechen oder ausweichend antworten. Sonst wird es schnell langweilig. Du kannst auch unwichtigere Teile einer Unterhaltung weg lassen oder mitten im Gespräch beginnen.

 

Gibt es mehrere Personen in einer Handlung, kann jede Einzelne, nur über die ihm direkt mitgeteilten Informationen verfügen. Es soll nicht der Eindruck entstehen, sie würden mit dem Leser oder dem Autor in Kontakt treten.

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